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26.11.2015 Kategorie: 2015

Volles Haus beim CDU-Bürgerforum im Vinoforum

ERNST Über 70 Personen aus Kommunalpolitik, sozialen Einrichtungen, Vereinen sowie ehrenamtliche Betreuer und Helfer, aber auch interessierte Bürger folgten der Einladung des CDU Kreisverbandes Cochem-Zell. Mit einem offenen Bürgerdialog im VinoForum in Ernst bot die CDU Cochem-Zell eine Möglichkeit des Austausches und Dialoges.


In ihrer Begrüßung und einführenden Rede legte CDU Kreisvorsitzende Anke Beilstein ihre Überzeugung dar, dass es ein Gebot christlicher Nächstenliebe sei, Menschen auf der Flucht aus Kriegsgebieten, die um Leib und Leben fürchten müssen, zu helfen. Dazu seien viele in diesem Land und sie dankte ihnen dafür. „Wir dürfen diese hohe Hilfsbereitschaft aber nicht überstrapazieren. Daher gilt es, klare Regeln aufzustellen und zu differenzieren zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen. So verständlich wirtschaftliche Motive auch sind, aber sie stellen keinen Asylgrund dar.“


Angesichts der komplexen und weitereichenden Thematik gab der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Peter Bleser einen kurzen Überblick über die bundes- und europapolitische Situation: „Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten, das Flüchtlingsproblem zu lösen: Einmal durch die Beendigung des mörderischen Krieges in Syrien, zum anderen durch das Reduzieren von Fehlanreizen in Deutschland.“ Bei der Bekämpfung des Konfliktes in Syrien und anderen Staaten könne Deutschland keinen wesentlichen Beitrag leisten, zumal sich die internationale Gemeinschaft nicht auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Konfliktparteien einigen könne. Die von Deutschland schon aufgestockte Hilfe für Nahrungsmittelversorgung, medizinische Hilfe und Unterricht in den Flüchtlingslagern in den syrischen Nachbarstaaten müsse weiter verstärkt werden.


Im Anschluss gab Landrat Manfred Schnur eine kurze Übersicht zur Situation im Kreis Cochem-Zell. Derzeit leben 513 Asylbewerber im Landkreis. Sie seien alle dezentral in Wohnungen untergebracht. In dem anschließendem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wurde schnell klar, dass das Flüchtlingsthema die Menschen sehr stark berührt. Sowohl das Anbieten von Wohnraum und Integrationsmaßnahmen, das Einbinden in Dorfgemeinschaft und Vereine, aber auch die Sorgen um mangelnde Perspektiven und Unterschiede in Religion und Kultur beschäftigt die Menschen im Landkreis.


Dabei spielten auch die kulturellen und religiösen Herausforderungen eine große Rolle. Anke Beilstein stellte hierzu fest: „Es muss klar sein, dass das bei uns das Grundgesetz gilt. Daran haben sich alle zu halten und diese Anpassung an unsere Werte dürfen wir erwarten und müssen sie auch einfordern.“
Alle Beteiligten waren sich einig in dem Punkt, dass die Ausmaße und Folgen der Flüchtlingsströme, im Positiven wie Negativen, noch nicht abgesehen werden können und dass die Herausforderung hieraus uns noch lange beschäftigt. „Umso wichtiger ist der Dialog vor Ort mit allen Beteiligten – von Netzwerken bis hin zu Bürgerinnen und Bürger, die einfach Information suchen oder Fragen haben.“ resümierte Anke Beilstein. Sie bot an, diesen Dialog gerne fortzusetzen und damit neben dem Austausch auch Ideen und Anregungen mitzunehmen, um gemeinsam diese größte Herausforderung der Nachkriegszeit gemeinsam zu meistern.